Liebe Freunde,
es sind nun einige Tage seit dem Launch der beiden neuen Scooter der Nextnel GmbH vergangen.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich die eine oder andere Träne verdrückt habe. Mit einer so positiven Resonanz und diesem Ansturm hätte ich niemals gerechnet.
Gestern war der YouTuber Technik-Test spontan bei uns zu Gast und wollte sich einfach selbst ein Bild machen – von unseren neuen Räumlichkeiten, unseren Prozessen und natürlich vom Elite X 3.0.
Viele haben mich gefragt, warum eigentlich ich vor der Kamera stand und nicht Simone.
Die Antwort ist ganz einfach.
Simone steht nicht besonders gerne vor der Kamera – und das muss sie als Geschäftsführerin auch gar nicht. Ehrlich gesagt wollte ich das eigentlich auch nicht mehr. Nach allem, was in den vergangenen Jahren passiert ist, hatte ich für mich beschlossen, mich künftig auf das zu konzentrieren, was ich am meisten liebe: Fahrzeuge entwickeln, mit unseren Partnern in Asien zusammenarbeiten, neue Technologien vorantreiben und Produkte besser machen.
Eigentlich möchte ich einfach nur Sascha sein und das ein oder andere über meine privaten Kanäle veröffentlichen, immer nur dann, wenn ich will, nicht wenn ich muss.
Aber ich merke immer wieder, dass mein Gesicht untrennbar mit der Marke IO HAWK verbunden ist. Wahrscheinlich wird sich das auch nie mehr ändern.
Was mich allerdings wirklich beschäftigt, sind manche Kommentare im Internet.
Dort wird teilweise behauptet, ich hätte Kunden absichtlich geschädigt oder sogar “abgezockt”.
Ich kann euch ehrlich sagen:
Solche Aussagen treffen mich persönlich.
Nicht, weil ich keine Kritik vertrage – ganz im Gegenteil.
Sondern weil ich mir wünschen würde, dass Menschen miteinander sprechen, bevor sie übereinander urteilen. Was ich auch nicht verstehe ist, die Gläubigerliste war öffentlich einsehbar. Aber warum hat sie sich einfach mal keiner angeschaut?
Die Nextnel GmbH schreibt unter nahezu jeden entsprechenden Beitrag, dass sich betroffene Kunden gerne direkt melden können.
Und genau das passiert auch.
Simone hat von Anfang an entschieden, ehemaligen Kunden der insolventen IO Hawk Invest GmbH – soweit dies rechtlich und wirtschaftlich möglich ist – freiwillig entgegenzukommen.
Ich habe in den letzten Tagen selbst erlebt, wie einzelnen Kunden Lösungen angeboten wurden, obwohl hierfür keinerlei rechtliche Verpflichtung bestand.
Das war übrigens einer der Punkte, die mir persönlich wichtig waren, bevor ich überhaupt bei der Nextnel GmbH angefangen habe.
Nicht, weil ich mich für einen besonders tollen Menschen halte.
Sondern weil ich finde, dass man dort helfen sollte, wo man helfen kann.
Dabei darf man auch nicht vergessen, dass das Insolvenzverfahren der IO Hawk Invest GmbH bis heute noch nicht abgeschlossen ist.
Ich mag mir das Szenario gar nicht ausmalen, was gewesen wäre, wenn sich ein Unternehmen nicht bereit erklärt hätte, die Marke weiterzuführen und auch den Service weiterzuführen. Denn dann hätten Tausende von Elite X Kunden ihren Scooter einfach wegwerfen können bei dem kleinsten Defekt.
Ich mag mir gar nicht vorstellen, was dann im Internet los wäre.
Ein weiterer Punkt ist mir wichtig.
Ich bin nicht Geschäftsführer der Nextnel GmbH.
Diese klare Trennung war von Anfang an ausdrücklich der Wunsch von Simone – und gleichzeitig auch eine Voraussetzung für meinen Einstieg.
Rückblickend kann ich heute sagen:
Dieser Schritt hat mir unglaublich gutgetan.
Ich konzentriere mich heute ausschließlich auf das, was ich am besten kann.
Fahrzeuge entwickeln.
Lieferanten betreuen.
Neue Technologien finden.
Mit unseren Partnern in Asien arbeiten.
Und genau das macht mir jeden einzelnen Tag unglaublich viel Freude.
Die unternehmerischen Entscheidungen trifft Simone, auch und gerade deshalb weil wir privat ein Paar sind und wir damit bewusst klare Verantwortlichkeiten schaffen.
Dazu gehörte beispielsweise auch die Entscheidung, den Elite X 3.0 zunächst auf maximal 100 Vorbestellungen zu begrenzen.
Anfangs hätte ich wahrscheinlich anders entschieden.
Heute muss ich sagen:
Sie hatte vollkommen recht.
Stand heute sind bereits rund 60 % dieser Vorbestellmenge verkauft.
Für mich ist das kein Zeichen dafür, dass wir jetzt möglichst schnell noch größer werden müssen.
Ganz im Gegenteil.
Es zeigt mir, dass nachhaltiges Wachstum wichtiger ist als möglichst schnelles Wachstum.
Eine Sache möchte ich euch aber auch ganz offen sagen.
Früher habe ich geglaubt, Wachstum sei alles.
Heute weiß ich:
Das war ein Fehler.
Nicht, weil Wachstum etwas Schlechtes ist.
Sondern weil Wachstum nur dann funktioniert, wenn Service, Personal und Qualität Schritt halten können.
Rückblickend gab es Kritikpunkte, die berechtigt waren.
Aus diesen Erfahrungen habe ich persönlich sehr viel gelernt.
Deshalb gefällt mir die Philosophie der Nextnel GmbH so gut.
Lieber langsamer wachsen.
Lieber weniger Fahrzeuge verkaufen.
Dafür aber erreichbar sein.
E-Mails beantworten.
WhatsApp beantworten.
Ans Telefon gehen.
Und den Kunden auch nach dem Kauf nicht allein lasse.
Denn genau das entscheidet am Ende darüber, ob Vertrauen entsteht.
Und vielleicht eine zweite Sache noch, sehr offen:
Warum hat Simone sich überhaupt entschieden, IO HAWK weiterzuführen?
Darauf gibt es nur eine ehrliche Antwort.
Als ich damals den Insolvenzantrag unterschreiben musste, war das der schlimmste Tag meines Lebens.
Nicht wegen des Unternehmens.
Nicht wegen des Geldes.
Sondern wegen der Menschen.
Vor allem wegen der Kunden.
Ich dachte damals sofort an all diejenigen, die uns vertraut hatten.
Besonders nach dem Brand.
Damals hatten wir über 1.500 Vorbestellungen.
Und trotzdem stornierten nur rund 50 Menschen.
Heute weiß ich:
Diese Menschen haben nicht einer Firma vertraut.
Sie haben mir vertraut.
Genau deshalb war mein erster Gedanke:
Was passiert jetzt mit den Kunden?
Mit den Ersatzteilen?
Mit dem Service?
Mit den Fahrzeugen?
Simone kennt mich privat besser als jeder andere Mensch.
Sie wusste genau, dass mich diese Gedanken innerlich auffressen würden.
Deshalb sagte sie schon sehr früh:
“Dann machen wir es.”
Nicht nur sie.
Auch unsere langjährigen Partner in Asien.
Vor allem Tao Motor.
Dafür werde ich ihnen mein Leben lang dankbar sein.
Natürlich hat diese Entscheidung auch ihren Preis.
Nicht finanziell.
Sondern persönlich.
Wenn wir höchste Qualität liefern möchten, muss ich regelmäßig mehrere Monate pro Jahr in Asien verbringen.
Aktuell werden das ungefähr fünf Monate jährlich sein.
Aber genau dort entstehen unsere Fahrzeuge.
Genau dort entscheidet sich später, ob ein Produkt wirklich gut wird. Und genau dort habe ich in der Vergangenheit gemeinsam mit meinen Partnern Innovationen geschaffen.
Beim Schreiben dieser Zeilen fällt mir übrigens auf:
Ich sollte endlich einmal die Geschichte erzählen, wie damals alles begann.
Mit Justin Bieber.
Mike Tyson.
Und vielen weiteren internationalen Stars.
Nur so viel vorweg:
Wir haben keinem einzigen dieser Künstler Geld dafür bezahlt.
Vielleicht erzähle ich euch diese verrückte Geschichte einmal in einem eigenen Beitrag.
Die Nextnel GmbH ist vollständig eigenkapitalfinanziert.
Es gibt keine Bank.
Keine Investoren.
Keinen Druck, immer höhere Umsätze liefern zu müssen.
Es gibt nur eine Aufgabe:
Vertrauen zurückzugewinnen.
Nicht durch Worte.
Sondern durch Taten.
Für 1.500 oder 2.000 Euro kauft man nicht einfach nur einen E-Scooter.
Man kauft eine Emotion.
Genau deshalb haben wir versucht, jedes Detail unserer Fahrzeuge so ausführlich wie möglich zu erklären.
Deshalb gibt es für den Elite X sogar eine eigene Landingpage.
Deshalb zeigen wir euch unsere Produktion.
Unsere Werkstatt.
Unsere Qualitätskontrolle.
Und genau deshalb werde ich euch künftig auch auf meinen Asienreisen mitnehmen.
Nicht nur dann, wenn alles perfekt läuft.
Sondern auch dann, wenn einmal etwas nicht funktioniert.
Ich glaube nämlich, dass Ehrlichkeit langfristig wichtiger ist als perfekte Werbung.
Natürlich wird es auch weiterhin kritische Stimmen geben.
Und das ist auch völlig in Ordnung.
Ich erwarte nicht, dass jeder mir glaubt.
Vertrauen kann man nicht verlangen.
Man muss es sich verdienen.
Und genau daran möchten wir uns in den kommenden Monaten messen lassen.
Tag für Tag.
Schritt für Schritt.
Zum Schluss möchte ich mich einfach bedanken.
Bei jedem Einzelnen, der reserviert oder vorbestellt hat.
Bei jedem Einzelnen, der uns trotz der Vergangenheit noch einmal eine Chance gibt.
Und ganz besonders bei allen, die ihren Scooter persönlich hier bei uns abholen werden.
Simone und ich haben gestern beschlossen, jedem einzelnen Vorbesteller persönlich die Hand zu geben und Danke zu sagen.
Denn für mich ist dieser persönliche Moment mehr wert als jede Diskussion im Internet.
Ich freue mich jedenfalls auf das, was vor uns liegt.
Vielen Dank für euer Vertrauen.
Euer Sascha Arndt
P.S.: Gerade treffen die ersten Fahrtests des Mantis GT aus Asien ein – und sie sehen wirklich vielversprechend aus. Ich glaube, ich muss dringend wieder ins Flugzeug. ✈️
Ein paar Einblicke
Über das Wochenende werde ich noch mehr Bilder veröffentlichen, unter anderem auch erste Fahrvideos. Bitte beachtet, in den Videos ist es immer noch ein Prototyp.


Die Kollegen von Kaabo sind fleißig am Testen.